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Fesselnde Augenblicke

Über die Faszination von Bondage

BondageManche Menschen finden es entwürdigend, andere haben Angst davor, aber ich finde es total faszinierend:  japanische Seilbondage.
Ich liebe es zuzusehen, wie sich lange Seile um das Objekt der Begierde schlingen … wie das Opfer immer unbeweglicher wird … und schließlich wie eine Fliege hilflos im Spinnennetz gefangen ist. Ich kann mich an den kreativen und bizarren Verstrickungen erfreuen, an den Mustern die sich durch rote Seile auf blasser Haut ergeben und ich mag es, wenn ein schöner nackter Körper in grotesken Verrenkungen in der Luft schwebt. Es ist wie ein erotisches Kunstwerk für mich – eine andere Art von Sexualität, in der es um ein sinnliches Spiel von Doninanz und Hingabe geht. Auf der Frankfurter Tattoo-Messe  gab es einige erotische Vorführungen – unter anderem auch eine Bondage-Performance von Matthias Grimme …

Shibari – Die Kunst des erotischen Fesselns

Japan hat eine lange Tradition im Umgang mit Seilen. So wurden in der Urreligion Shinto  sogenannte  Shimenawa (starke Seile aus Reisstroh) eingesetzt, um die Welt der Götter von den Menschen abzutrennen. Der Legende nach soll sich die Sonnengöttin Amaterasu so sehr über ihren Bruder geärgert haben (ja, sowas passiert sogar Göttern ;-) ), dass sie sich von der Welt zurückzog und in einer Höhle lebte. Die Götter waren entsetzt, denn wer will schon in einer Welt ohne Sonne leben? Deshalb lockten Sie Amaterasu unter einem Vorwand aus ihrem Versteck und spannten hinter ihr ein Seil, damit sie nicht mehr in ihre Höhle zurückkehren konnte. Das Seil hatte also bereits in dieser Legende mit einer gewaltsamen Einschränkung der Beweglichkeit zu tun. Im Mittelalter wurden Strafgefangene dann in Japan mit Seilen gefesselt und Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bondage als eine Spielart des SM, in der es um Hingabe, Zärtlichkeit, Dominanz und um eine intensive erotische Kommunikation geht.

Erotische Trance in der Messehalle

bei einer Abendveranstaltung von BondageMatthias Grimme beschäftigt sich seit über dreißig Jahren mit Bondage und als er mit seinem Model Nicole die Bühne auf der Frankfurter Messe betritt, wird es still im Publikum. Neben mir steht ein junges Paar, ein kleines Mädchen sitzt bei Papa auf den Schultern und atemlos hält sie ihre “Hello Kitty-Tasche” fest an sich gedrückt. Im Nachmittagsprogramm geht es familienfreundlich zu und das ist auch die Schwierigkeit der Akteure, die nicht zu ”anstößig’” rüberkommen dürfen. Sexy wirkt es trotzdem: Nicole steht im roten Latex-Ganzkörperanzug vor uns und stellt ihre üppigen Kurven zur Schau. Ich finde es klasse, wie gelassen sie mit ihrer weiblichen Sinnlichkeit umgeht. Matthias wirkt schon allein durch seine konzentrierte Präsenz, als er die Seile prüft und sich vorbereitet. In Sekundenschnelle verknotet er einige Seile um Nicoles Oberkörper und sie steht mit nach hinen gebundenen Armen vor uns. Sie ist ihm ausgeliefert, genießt es und er läßt sie seine zärtliche Überlegenheit spüren. Natürlich ist es nur ein Spiel, aber die erotische Spannung der Akteure überträgt sich auch auf die Zuschauer.

Einfach abheben …

Bondageperformance von Matthias GrimmeIch empfinde es fast wie eine Zen-Meditation, wenn ich Matthias dabei beobachte, wie er sein Opfer immer bewegungsunfähiger macht. Nicole steht bald nur noch auf einem Bein, das andere wurde ihr geschickt nach oben gebunden. Was so einfach aussieht ist eine große Kunst. Ich hatte mich mal in einem Bondage-workshop versucht und nach drei Stunden konnte ich endlich einen perfekten Knoten – den ich am nächsten Tag wieder vergessen hatte. Immer wieder hält Matthias kurz inne, steichelt seiner Bondage-Gespielin über die Brüste, erregt sie, um sie dann in die nächste Position zu zwingen, in der sie mit nach hinten gebundenen Beinen und Armen in der Luft hängt. Wow! Einfach abheben und fliegen – was für ein tolles Gefühl. In dieser großen Einschränkung der Bewegung ergibt sich eine neue Freiheit: die Ekstase der Hingabe.

Sinnliche Grüße von
Christine

PS: Mehr infos über Matthias Grimme findet ihr bei www.bondageproject.com
Und ich wollte vor einigen Jahren auch mal ausprobieren, wie es ist zu fliegen … davon erzähl ich euch vielleicht das nächste Mal.

18 Kommentare

  1. Okt 24, 2011 @ 06:12:40

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    Antworten

    • Okt 24, 2011 @ 13:05:05

      Dear Frank, thank’s for enjoying my bog. The most important thing is to stay authentic, storytelling is always interesting, especially of you experienced something unique. Good luck with your blog. Greetings from Christine

      Antworten

  2. Jul 30, 2011 @ 00:33:42

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    Antworten

  3. Jun 08, 2011 @ 18:22:23

    Das bezog sich auf diese Frage:
    Mai 10, 2011 @ 15:58:04

    sieht gut aus! wieviele kilogramm seil braucht man für eine solche kunstvolle bondage?

    Antworten

    • Jul 30, 2011 @ 02:41:18

      I wnated to spend a minute to thank you for this.

      Antworten

  4. Jun 08, 2011 @ 18:21:13

    In der Regel 6-8 mal 7-8m Seil, also zwischen 42 und 64m. Gewogen hab ich es allerdinhgs noch nie… aber Seile können echt schwer sein. ;)

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  5. Mai 15, 2011 @ 20:22:01

    Danke fürs gekonnte Einfangen der Magie! :)

    Bondagevorfühungen und -Workshops stehen bei meiner Liebsten und mir auch noch auf der Liste. Eines Tages möchte ich sie ohne Anleitung verpacken können. ;-)

    Mit vorzüglicher Hochachtung,
    Toni
    (von 15minuten.blogspot.com)

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    • Jul 29, 2011 @ 20:09:54

      How could any of this be better stated? It cdolun’t.

      Antworten

  6. Mai 12, 2011 @ 09:32:12

    Liebe Christine, ich kann diesen Fesselspielen leider nur wenig abgewinnen, wobei mein Erfahrungsschatz sich aus der Fantasie ergibt, den Dein Bericht erzeugt. Ich glaube, das es fesselndere Spiele gibt, die den Knoten auch zum platzen bringen können. Auf mich wirkt diese Form der Erotik , wie ein ausgeprägter Egoismus zu zweit. Aber wahrscheinlich, sind Fesselspiele, die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird. Liebe Grüße O.

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    • Mai 12, 2011 @ 10:33:35

      Lieber O,

      ich denke, da entgeht dir was… Mit Egoismus hat das nichts zu tun, sondern es ist eine andere Form der sexuellen Kommunikation … einfach mal ausprobieren. Dann reden wir weiter ;-) Lieber Gruß von Christine

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      • Mai 12, 2011 @ 11:55:20

        Ich fühle mich ja bereits von Deiner Community gefesselt. O.

        Antworten

    • Mai 14, 2011 @ 14:42:45

      es hat etwas ästhetisches und ist spannend.etwas spielerisches als wir noch kinder waren hatten wir diese cowboy- und indianerspiele. irgendwie sind wir kinder geblieben. schön! handschellen finde ich unästhetisch. wurden mir in meiner wilden zeit, brokdorf, starbahn west usw. einige male angelegt. aus dem alter bin ich raus. gut so……….

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      • Jul 30, 2011 @ 00:08:51

        Thanks guys, I just about lost it lokonig for this.

        Antworten

  7. Mai 11, 2011 @ 18:33:40

    Hach, seufts… ich liebe ihn auch, den fast meditativen und doch temperamentvollen Space…. Matthias und Nicole dabei zuzusehen… Schön.
    Geflogen bin ich auch schon und die Knoten hab ich zum Glück ein bisschen danach geübt ;-) ) Schön beschrieben, danke… Gibts schon ein “nächstes Mal?” Deva Bhusha

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    • Mai 11, 2011 @ 18:55:54

      Liebe Deva Bhusha,
      schön, dass du auch so begeistert von Bondage und Matthias & Nocole. ;-) Ich bin noch einen kleinen Moment am Zögern, wegen dem “nächsten Mal”, denn dann müsste ich auch eigene Fotos präsentieren … aber wenn ich mich mutig genug fühle, dann mach ich das ;-)
      Ganz lieber Gruß von
      Christine

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    • Jul 30, 2011 @ 04:24:17

      Short, sweet, to the point, FREE-exactly as ifonrmation should be!

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  8. Mai 10, 2011 @ 17:07:20

    Ich hab’ ja wie gesagt bereits den ersten Knoten am nächsten Tag wieder vergessen ;-) – aber Matthias kennt sich da bestimmt besser aus.

    Antworten

  9. Mai 10, 2011 @ 15:58:04

    sieht gut aus! wieviele kilogramm seil braucht man für eine solche kunstvolle bondage?

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