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Die Angst vor der Lust

Erfolgreich sein durch die Kraft der Erotik

Der Begriff EROTIK ist in unserer Gesellschaft immer noch eher negativ besetzt und wird oft in die Schmuddelecke gesteckt. “Seriöse” Menschen wollen im Geschäftsleben oft mit Erotik nicht in Verbindung gebracht werden und z.B. habe ich bisher keine PR-Agentur gefunden, die sich traut, meinen Verlag zu vertreten. Aber ohne Lust und Erotik gäbe es uns nicht. Wieso macht Erotik uns so viel Angst? Was verbirgt sich hinter der Doppelmoral einer Gesellschaft, in der Sinnlichkeit und Lust etwas Schlechtes sind? Wer Sinnlichkeit und erotische Ausstrahlung in sein Leben integrieren kann, wird meiner Meinung nach nicht nur mehr Spaß haben, sondern auch charismatischer auf andere wirken und beruflich erfolgreicher sein …

Erotik macht Angst

Eigentlich war ich immer davon ausgegangen, dass jeder Mensch von Erotik begeistert ist. Erst als ich versuchte, für meinen erotischen Verlag eine PR-Agentur zu finden, wurde mir klar, wir verklemmt unsere Gesellschaft eigentlich immer noch ist. Eine renommierte PR-Agentur in München hatte in ihrem Profil extra erwähnt, dass sie insbesondere auch Verlage gerne als Kunden begrüßt. “Ah, hier bin ich richtig”, dachte ich mir und griff gleich zum Telefon. “Ja, natürlich vertreten wir Verlage”, säuselte die Inhaberin in den Hörer. Um welchen Verlag handelt es sich denn?” “Ich habe vor einigen Monaten einen erotischen Ebook-Verlag gegründet…” “Ach so”, unterbrach mich die Dame eilig. “Tut mir leid, mit Erotik haben wir nichts zu tun, das hätten Sie doch aus unserem Profil erkennen müssen.” Und dann legte sie den Hörer auf. Das war übrigens kein Einzelfall und als ich endlich eine total nette Agentur gefunden hatte und die Inhaberin mir versicherte, dass sie mit Erotik keine Probleme habe, musste sie mir einige Tage später absagen, da ihre Mitarbeiter Hemmungen hätten, mich mit diesem Thema bei den Medien zu vertreten. Ich war sprachlos!


Mit allen Sinnen präsent sein

Woher kommt eigentlich der Begriff Erotik? Er stammt aus dem Griechischen und bedeutet: mit allen Sinnen zu lieben. Erotik bedeutet, dass wir nicht nur achtlos an der Heckenrose vor unserem Haus vorbeieilen, sondern uns Zeit nehmen, ihre vergängliche Schönheit für einen Augenblick zu bewundern, ihre zarten Blütenblätter mit unseren Fingerspitzen zu berühren und uns hinunterzubeugen, um ihren süßen Duft einzuatmen. Erotik bedeutet, dass wir unserem Gesprächspartner fest in die Augen sehen, dass wir bei der Begrüßung nicht einfach nur mechanisch seine Hand schütteln, sondern dass wir durch die Berührung unserer Hände immer auch den Menschen spüren, der sich dahinter verbirgt. Erotik bedeutet, dass wir uns selbst spüren, dass wir wissen, was uns gut tut, dass wir präsent sind und mit wachen Augen durchs Leben gehn! Erotik bedeutet Optimismus, Lebendigkeit und die Fähigkeit, andere Menschen mit unserer charismatischen Ausstrahlung zu begeistern.

Burnout – Verlust der Sinnlichkeit

Das Gegenteil von Präsenz sind Burnout und Depression. Ein Mensch, der nur noch für seine Karriere lebt, der sich nur noch in seiner Arbeit lebendig fühlt, der hat den Kontakt zu sich und seiner Umwelt verloren. Er kann sich nicht mehr spüren, weder Freude noch Traurigkeit werden mehr empfunden und eigentlich bewegt er sich nur noch wie ein Zombie durchs Leben. Spätestens jetzt, sollte man im Management die wichtige Funktion von Erotik und Sinnlichkeit wieder schätzen lernen. Der Grund wieso so viele Menschen Angst vor Erotik haben, hängt letztendlich mit der Angst vor der eigenen Lebendigkeit und unserer sexuellen Kraft zusammen. Gerade in Deutschland fehlt es vielen Menschen an Mut zum Risiko. Wir sind eine Gesellschaft von ängstlichen Menschen, die sich gegen alle Widrigkeiten des Lebens versichern lassen wollen. Dabei gibt es im Leben keine Sicherheiten, außer der Stabilität, die wir in uns selbst fühlen.

Erotik und Charisma

“Sie haben so eine charismatische Ausstrahlung”, machte mir eine Kollegin vom Nachbarstand auf der Buchmesse ein nettes Kompliment. “Oh danke”, sagte ich leicht errötend. Was sie nicht wusste: eigentlich war ich totmüde, da ich mich in der Nacht zuvor, wilden Spielen in einem Club hingegeben hatte. Ich spürte immer noch die heißen Küsse meines Liebhabers auf meinen Brüsten, seine Zunge zwischen meinen Schenkeln und da war auch noch dieses andere Paar… Das junge Mädchen mit ihrem Lover, neben uns … in diesem mit Kerzen beleuchteten Raum. Mädchen küssen anders … und junge Männer sind hart und fordernd. Ich hatte mich schamlos meiner Lust hingegeben und diese Lebendigkeit spürte ich auch am nächsten Tag noch in all meinen Zellen. Lust bedeutet, dass man sich lebendig fühlt, dass man glücklich ist und dass man mit allen Sinnen liebt. Und das wirkt ungeheuer anziehend …

Ein Kommentar

  1. Okt 19, 2011 @ 00:02:36

    Schade, dass es das heutzutage noch gibt. Obwohl es einen eigentlich nicht wundern sollte. Gerade deshalb ist es wichtig, dass es Menschen wie Dich gibt – und Verlage, wie DEINEN Verlag! Gib nicht auf, Christine – zum Glück gibt es auch noch Menschen, die Erotik einfach wunderbar finden, lebenswichtig…und wie hier schon steht, wer seine Lust “lebt und liebt” ist sexy…ich habe das jetzt einfach mal etwas frei interpretiert…

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